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„Transformation braucht Verlässlichkeit und keine leeren Kassen“

InnKlinikum und Kliniken Südostbayern warnen vor unkalkulierbaren Folgen geplanter GKV-Sparmaßnahmen

Seit Jahren entwickeln die Klinikverbünde aktiv ihre Standorte weiter und sind damit Vorreiter für eine erfolgreiche Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft. Jetzt warnen die beiden Verbünde: Bereits laufende Strukturveränderungen in Südostbayern dürfen nicht durch kurzsichtige Belastungen ausgebremst werden.

Traunstein/Altötting, 28.05.2026 – Die Kliniken Südostbayern (KSOB) und das InnKlinikum Altötting und Mühldorf blicken mit großer Sorge auf die aktuell diskutierten Sparmaßnahmen im Rahmen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Beide Klinikverbünde warnen davor, dass pauschale Kürzungen ausgerechnet jene Krankenhäuser besonders treffen würden, die schon frühzeitig Verantwortung übernommen und tiefgreifende Strukturreformen umgesetzt haben.

In Südostbayern hat die Krankenhausreform bereits begonnen

„Die KSOB und das InnKlinikum haben in den vergangenen Jahren erhebliche Transformationsarbeit geleistet, um die Krankenhausversorgung in Südostbayern zukunftsfähig aufzustellen“, betont KSOB-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher. „Seit 2023 entwickeln wir die gemeinsame Versorgungsregion über vier Landkreise mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kontinuierlich weiter, um die regionale medizinische Versorgung langfristig sicherzustellen“, ergänzt Thomas Ewald, Vorstandsvorsitzender des InnKlinikum.

Dazu gehören unter anderem:

  • die Bündelung medizinischer Leistungen, 

  • die verbundübergreifende Bildung spezialisierter Zentren, 

  • der Abbau von Doppelstrukturen 

  • sowie die stärkere regionale Vernetzung der Versorgung. 

Heute arbeiten beide Verbünde bereits mit gemeinsamen Chefärzten, einer gemeinsamen Pflegedirektorin, gemeinsamen IT- und Einkaufsstrukturen sowie abgestimmten medizinischen Standards. Damit haben die Klinikverbünde zentrale Ziele der bundesweiten Krankenhausreform frühzeitig umgesetzt: bessere Qualität, verlässliche Mindestmengen, effizientere Strukturen und gleichzeitig eine hochwertige wohnortnahe Grundversorgung.

Schwierige Transformationsprozesse erfolgreich umgesetzt

Die notwendigen Veränderungen wurden in der Region nicht nur angekündigt, sondern effizient geplant und umgesetzt – oft verbunden mit schwierigen und emotional belastenden Entscheidungen.

Die Kliniken Südostbayern haben beispielsweise den Standort Berchtesgaden in eine Fachklinik umgewandelt, die Versorgung am Standort Ruhpolding nach Trostberg verlagert und die akutstationäre Versorgung in Freilassing nach Bad Reichenhall verlagert und somit von 6 Kliniken mit rund um die Uhr Versorgung auf 3 Kliniken angepasst. Leistungen wurden damit zentriert und insbesondere die Notfallversorgung in Bad Reichenhall deutlich ausgebaut. Jede Klinik hat ein zukunftsfähiges Portfolio bekommen. 

Das InnKlinikum hat unter anderem seine beiden Standorte Haag und Burghausen in Gesundheitszentren umgewandelt, darüber hinaus wurden Leistungen zentriert bzw. ausgebaut, beispielsweise die Geburtshilfe, Schlaganfall- und Herzinfarktversorgung in Altötting oder das Lungenzentrum und ein orthopädischer Schwerpunkt in Mühldorf. An beiden Standorten wurden die Notaufnahmen organisatorisch neu aufgestellt, um den stark ansteigenden Patientenzahlen gerecht zu werden.

Insgesamt wurden in den letzten drei Jahren in der Region die ehemals zehn Klinikstandorte auf fünf Akutkliniken reduziert – schon lange bevor die bundesweite Krankenhausreform beschlossen wurde. Die Klinikverbünde sind damit bayernweit Vorreiter der konsequenten Umsetzung der Krankenhausreform und Vorbild für viele andere Klinikverbünde.

Und dennoch: Nach aktuellen Schätzungen würden die nun geplanten Sparmaßnahmen das InnKlinikum zusätzlich mit rund 9 Millionen Euro und die KSOB mit rund 14 Millionen Euro belasten.

Beide Verbünde betonen deshalb: Krankenhausreformen benötigen Zeit, finanzielle Mittel und verlässliche politische Rahmenbedingungen anstatt blinden Aktionismus. „Die geplanten kurzsichtigen Sparvorhaben schaden den regionalen medizinischen Kernstrukturen nachhaltig und gefährden damit die medizinische Versorgung in der Fläche“, warnen die beiden Klinikvorstände. 

KSOB und InnKlinikum fordern daher:

  1. Ausreichende wirtschaftliche Spielräume für Kliniken, um die Krankenhausreform im Sinne einer guten Patientenversorgung umsetzen zu können. 

  2. Eine Reformgestaltung, die bereits erbrachte Transformationsleistungen berücksichtigt und Träger mit Vorleistungen nicht zusätzlich benachteiligt.

  3. Eine nachhaltige und auskömmliche Finanzierung versorgungsrelevanter Bereiche wie Geburtshilfe, Pädiatrie, Altersmedizin und Notfallmedizin.

  4. Eine Beseitigung der bürokratischen Zwänge, die die Handlungsfähigkeit der Kliniken massiv einschränken