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Stillen – bestens begleitet von Anfang an

Was beim Stillen wichtig ist, welche Herausforderungen auftreten können und wie die Geburtshilfe am InnKlinikum Altötting Mütter beim Stillen unterstützt

 

Die erste Zeit mit einem Baby ist etwas ganz Besonderes. Stillen kann dabei Nähe schaffen und die Verbindung zwischen Mutter und Kind stärken. Doch gerade am Anfang klappt es nicht immer sofort. Fragen und Unsicherheiten entstehen. Verena Irgmeier, Bereichsleitung Frauenklinik (Pflege), und Rachel Sültrup, Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) in der Geburtshilfe am InnKlinikum Altötting, geben Tipps für einen guten Start ins Stillen und zeigen, welche Unterstützung Mütter am InnKlinikum erhalten.

Was sollten werdende Mütter über das Stillen wissen, bevor ihr Baby zur Welt kommt? 
Stillen ist etwas ganz Natürliches – und trotzdem müssen Mutter und Baby sich zunächst kennenlernen und gemeinsam herausfinden, was für sie gut funktioniert. Dabei ist es wichtig, sich nicht selbst unter Druck zu setzen. Stillen darf gelernt werden – und es ist völlig in Ordnung, wenn nicht alles von Anfang an klappt. 

Was ist nach der Geburt für einen guten Stillstart besonders wichtig?

Für einen guten Start ist ein möglichst früher und ungestörter Hautkontakt besonders wichtig – das sogenannte Bonding. Er fördert die Bindung und kann dem Baby helfen, seine natürlichen Such- und Saugreflexe zu nutzen. Das Neugeborene sollte zudem möglichst früh und nach Bedarf angelegt werden. Gerade in den ersten Tagen kann dies sehr häufig geschehen. 

Viele Mütter fragen sich gerade am Anfang, ob ihr Baby gut trinkt. Woran können sie das erkennen?

Es ist ein gutes Zeichen, wenn das Kind rhythmisch und ausdauernd saugt und dabei hörbar schluckt. Ein spürbarer Milchspendereflex oder Milchausfluss an der anderen Brust können ebenfalls darauf hindeuten, dass die Milch gut fließt. Darüber hinaus geben die Ausscheidungen von Urin und Stuhl sowie die Gewichtsentwicklung des Kindes wichtige Hinweise darauf, ob das Baby ausreichend Milch erhält.

Was sind typische Herausforderungen in den ersten Tagen nach der Geburt?

Die ersten Tage sind für Mutter und Kind eine besondere Zeit. Beide sind von der Geburt erschöpft, müssen sich aufeinander einstellen und einen gemeinsamen Stillrhythmus finden. Auch die Milchmenge verändert sich in den ersten Tagen und kann anfangs verunsichern, ist aber ein ganz normaler Prozess: Zunächst wir das sogenannte Kolostrum gebildet, die erste und besonders nährstoffreiche Milch. Dies sind nur kleine Mengen, die aber für das Kind völlig ausreichend sind. Durch häufiges Anlegen wird die Milchbildung angeregt und die Menge nimmt in den folgenden Tagen zu. Auch das sogenannte Cluster-Feeding kann erst einmal ungewohnt sein. Dabei möchte das Baby, vor allem in den frühen Abendstunden, in kurzen Abständen immer wieder kleine Mengen trinken. 

Was würden Sie einer Mutter raten, wenn sie beim Stillen Schmerzen hat oder unsicher ist, ob sie alles richtig macht?

Wenn das Stillen unangenehm ist oder Unsicherheit besteht, ist es wichtig, frühzeitig Unterstützung zu holen und gemeinsam mit dem Team der Geburtshilfe das Anlegen zu überprüfen. Oft können schon kleine Veränderungen der Position helfen, das Stillen angenehmer zu machen. 

Wie werden Mütter am InnKlinikum beim Stillen unterstützt?

In unserer Geburtshilfe haben wir insbesondere das Thema Stillen in den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt. Mutter und Kind bleiben im Rahmen der integrativen Wochenbettpflege von Anfang an zusammen. So können sie viel Zeit miteinander verbringen und Schritt für Schritt herausfinden, was ihnen guttut. Bei Fragen oder Unsicherheiten steht unser Team der Geburtshilfe immer zur Seite und berät nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Im Mittelpunkt stehen dabei die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind. Darüber hinaus haben wir mit Rachel Sültrup eine erfahrene Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) vor Ort, an die sich unsere Patientinnen bei Unsicherheiten oder Fragen wenden können.

Was macht eine Still- und Laktationsberaterin genau?

Eine Still- und Laktationsberaterin verfügt über eine speziell zertifizierte Ausbildung. Sie steht für Qualität, Engagement und Fachkompetenz im Dienst der stillenden Familien und nimmt sich Zeit für die individuellen Fragen der Mütter. Sie hört zu, berät bei speziellen Stillproblemen und unterstützt beispielsweise beim Abpumpen oder bei der Wahl einer geeigneten Stillposition. Sie begleitet vor allem Mütter, die nach der Geburt vorübergehend von ihrem Baby getrennt sind, etwa aufgrund einer Frühgeburt. Zudem bringen Still- und Laktationsberaterinnen ihr Fachwissen in der Aus- und Weiterbildung verschiedener Gesundheitsberufe ein.

Was ist Ihnen bei der Begleitung von Müttern und Babys im InnKlinikum besonders wichtig?

Uns ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind wahrzunehmen und ihnen mit Wertschätzung und Empathie zu begegnen. Wir möchten Mütter darin bestärken, Vertrauen in sich und ihr Baby zu entwickeln und einen eigenen Umgang mit dem Stillen zu finden – ohne Selbstzweifel und Druck von außen. Stillen ist keine Prüfung, die man bestehen muss. Es ist ein gemeinsamer Weg von Mutter und Baby.

 

Gut vorbereitet in die Stillzeit

Tipps für die erste Zeit

  • Ruhe bewahren: Stillen muss sich bei Mutter und Baby zunächst einspielen.
  • Auf die Signale des Babys achten: Babys zeigen oft schon früh, dass sie Hunger haben.
  • Bequem positionieren: Eine angenehme Haltung erleichtert das Stillen für Mutter und Kind.
  • Richtig anlegen: Eine gute Anlegetechnik kann helfen, Schmerzen und wunde Brustwarzen zu vermeiden.
  • Unsicherheiten ansprechen: Fragen und Schwierigkeiten sind gerade am Anfang ganz normal. Unterstützung kann helfen.
  • Hilfe annehmen: Bei Problemen oder Unsicherheiten stehen Fachkräfte in der Geburtshilfe mit Rat und Unterstützung zur Seite.

Wichtig: Jede Stillbeziehung ist individuell. Was bei einer Mutter und ihrem Baby gut funktioniert, muss nicht für alle passen.

 

 

Stillberaterinnen am InnKlinikum Altötting

Individuelle Unterstützung beim Stillen: Verena Irgmeier, Bereichsleitung Frauenklinik (Pflege), und Rachel Sültrup, Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) in der Altöttinger Geburtshilfe, stellen die individuellen Bedürfnisse von Mutter und Kind in den Fokus.