Neue Behandlungsmethode bei chronischen Rückenschmerzen
Mühldorf, 19. Mai 2026 – Das Klinikum erweitert sein medizinisches Leistungsspektrum im Bereich der Schmerztherapie. Ab sofort steht ein modernes Verfahren zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen zur Verfügung, die Radiofrequenz-Koagulation.
Die Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie und Wirbelsäulentherapie unter der Leitung von Dr. med. univ. Andre Tomasino führt dieses Verfahren nun durch. Mit der erfolgreichen ersten Anwendung wurden nun die ersten Patientinnen und Patienten gezielt und nachhaltig behandelt.
Bei der Radiofrequenz-Koagulation werden gezielt Nervenfasern, die für die Schmerzweiterleitung an den Wirbelgelenken verantwortlich sind, durch kontrollierte Hitzeeinwirkung verödet. Das Verfahren kommt insbesondere bei chronischen Beschwerden der kleinen Wirbelgelenke zum Einsatz. Im Vergleich zu bisherigen Infiltrationstherapien, bei denen Medikamente lokal eingesetzt werden, kann durch die gezielte Ausschaltung der Schmerzfasern häufig eine deutlich länger anhaltende Schmerzreduktion erreicht werden.
Zum Einsatz kommt ein hochmodernes Gerät des Medizintechnikunternehmens Boston Scientific. Mit der Inbetriebnahme dieses Systems gehört die Klinik zu den ersten Einrichtungen in Deutschland und ist aktuell eines von nur zwei Zentren bundesweit, die dieses Gerät (das Verfahren gibt es bereits seit 20 Jahren) nutzen.
Das Verfahren wird derzeit sowohl für den ambulanten als auch für den stationären Einsatz vorbereitet. Es handelt sich in vielen Fällen um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), da die Kosten nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Einige private sowie ausgewählte gesetzliche Krankenversicherungen erstatten die Behandlung jedoch.
Freuen sich über das neue Gerät zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen (von links): Daniel Gerhard von Boston Scientific, Dr. Andre Tomasino, Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie und Wirbelsäulentherapie in Mühldorf, Oberärztin Dr. Christina Onyinzo sowie leitender Arzt Dr. Martin Reiser.


