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Chefarzt Haag i. OBProf. Dr. med. Johannes Schwarz

Standort Haag i. OB

Parkinson-Fachklinik

Ihr Wohlbefinden ist unser Auftrag

In der zertifizierten Parkinson-Fachklinik Haag erhalten Sie eine umfassende, personalisierte und ganzheitliche medizinische Betreuung mit dem Ziel, Ihre Beschwerden zu lindern. Hierfür haben wir für Sie ein interdisziplinäres und überregionales Fachzentrum für Parkinson-Erkrankungen, Gangstörungen und weitere Bewegungsstörungen errichtet. Die Verbesserung Ihrer Lebensqualität ist für uns oberstes Gebot. Dabei wählen wir einen personalisierten Ansatz, der sich ganz an Ihren Wünschen und Bedürfnissen ausrichtet.

Medizin auf höchstem Niveau

Hierfür stehen Ihnen ausgewiesene und an Universitätskliniken ausgebildete Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung mit langjähriger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung. Besonders wichtig ist uns eine korrekte Diagnosestellung, denn es gibt viele andere Krankheiten, die der Parkinson-Erkrankung ähneln, jedoch völlig anders zu behandeln sind. Wir sind gut vernetzt und arbeiten im Rahmen der Parkinson-Allianz München mit beiden Münchner Universitätskliniken zusammen. Herr Prof. Schwarz ist Mitglied der medizinischen Fakultät des Klinikums rechts der Isar. Für unsere gute medizinische Qualität werden wir seit Jahren mit dem Focus-Gütesiegel ausgezeichnet. Neben der stationären Behandlung sind wir auch ambulant in den angegliederten MVZs aktiv und können Ihnen somit auch eine ambulante Weiterbetreuung ermöglichen. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien bieten wir Ihnen alle intensivierten Therapieverfahren an (Tiefe Hirnstimulation, Duopoda-Pumpe, Ampomorphin-Pumpe). Bei den Pumpentherapien kommt uns die gute gastroenterologische Vernetzung im Hause zugute.

Mit der Heilkraft der Natur

Es ist aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien bekannt, dass die Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel verklumpte Eiweisse auflösen, Entzündungen hemmen oder die Selbstreinigung der Zellen (Autophagie) anregen können. Auch wenn eine Wirkung auf den Verlauf der Erkrankung (noch) nicht belegt ist, halten wir diese für eine sinnvolle Ergänzung der Therapie. Wir beraten Sie gerne.

Den ganzen Menschen im Blick

Das Credo der Klinik Haag ist eine ganzheitliche, interdisziplinäre Behandlung unserer Patientinnen und Patienten. Dies kommt vor allem unseren Parkinson-Patienten zu Gute. Die Parkinson-Erkrankung fällt zwar vor allem durch Zittern und Gangunsicherheit auf, verursacht jedoch auch viele andere Beschwerden, so etwa Schlaf- und Verdauungsprobleme sowie Depressionen. Da wir in der Klinik Haag über ein Schlaflabor, Ernährungsmedizinerinnen und Ernährungsmediziner wie auch Psychologinnen und Psychologen verfügen, können wir uns auch intensiv um nicht-motorische Symptome der Erkrankung kümmern. Ebenso berät unser Sozialdienst Sie und Ihre Angehörigen gerne bei vielfältigen alltäglichen Fragen und die Organisation der Pflege, sofern gewünscht. Es finden wöchentliche Informationsveranstaltungen zu allen Aspekten der Erkrankung statt.

Nicht nur Tabletten...

Neben der medizinischen Expertise ist uns ein multimodaler und interdisziplinärer Therapieansatz besonders wichtig. Aktivierende Therapien spielen dabei eine große Rolle, weshalb die physio- und ergotherapeutische Abteilung unseres Hauses einen festen Platz in der Therapie einnimmt. Unsere Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind spezialisiert auf die Parkinson-Erkrankung und haben spezielle Hilfsmittel und Strategien im Umgang mit der Erkrankung fest etabliert. Ein hauseigenes Ganglabor ergänzt die Therapiemöglichkeiten. Als Besonderheit bieten wir großamplitudige Bewegungen, die sich bei der Parkinson-Erkrankung bewährt haben, in Kombination mit Tanz an, denn Therapie soll ja auch Spaß machen.

Ihr Team der Parkinson-Fachklinik am Zentrum für Altersmedizin.

Prof. Dr. med. Johannes Schwarz
Chefarzt Morbus Parkinson und andere Bewegungsstörungen
InnKlinikum Haag

Leistungsspektrum

Vor der erfolgreichen Therapie steht immer eine ausführliche Diagnostik. In unserer Klinik werden die Diagnosen leitliniengerecht überprüft und falls notwendig, auch bildgebende Verfahren wie MRT, SPECT oder PET in Kooperation mit anderen Institutionen veranlasst. Neben der eigentlichen neurologischen Diagnose wird bei uns ganz besonders auf assoziierte Störungen geachtet. Zusammen mit den Internisten führen wir regelhaft eine Schluckdiagnostik durch. Des Weiteren wird die Darmaktivität kontrolliert und ggf. eine endoskopische Untersuchung veranlasst. Zusätzlich wird der Ernährungszustand geprüft. Herz-Kreislaufstörungen, wie die orthostatische Dysregulation (Schwindel nach dem Aufstehen), werden durch eine differenzierte kardiologische Diagnostik nachgewiesen. In unserem Ganglabor können muskuloskelettale Fehlhaltungen und Fehlbelastungen nachgewiesen werden, die zu der Einschränkung der Beweglichkeit beitragen. Schlafstörungen werden standardisiert erfasst und häufig durch eine Untersuchung im Schlaflabor ergänzt. Für die Diagnose der häufigen seelischen Störungen bieten wir eine Mitbetreuung und erfahrene Psychiater an.

Bei der Parkinson-Erkrankung gehen vor allem Zellen im Gehirn zugrunde, die Dopamin produzieren. Ziel der medikamentösen Therapie ist es daher, das Dopamin-Defizit wieder auszugleichen. Hierfür stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung:

  • Levodopa
  • Dopamin-Agonisten
  • MAO-B-Hemmer
  • COMT-Hemmer.

Neben diesen Dopamin-Ersatzstoffen gibt es auch Medikamente, die über andere Wirkweisen die Folgen des Dopamin-Mangels lindern können:

  • Amantadin
  • Anticholinergika

Leider wirken die Medikamente bei jeder Patientin und jedem Patienten unterschiedlich, weswegen eine individualisierte Behandlung notwendig ist. Hier müssen neben der Wirkstärke vor allem die Nebenwirkungen und die Resorption der Medikamente beachtet werden. In unserem Studienzentrum am InnKlinikum Haag stehen Ihnen auch viele neue Medikamente zur Verfügung, die klinisch getestet werden.

Neben der medikamentösen Therapie sind aktivierende Therapieformen, insbesondere Physio-, Logo- und Ergotherapie wichtig für eine umfassende Therapie. Aus wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass Sport das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung verzögern kann.

Das multimodale Haager-6-Säulen-Modell der Therapie umfasst folgende Aspekte: Lebensfreude, Schlaf, Ernährung, Sport, Magen-Darm-Trakt und Medikation. Für diesen Therapieansatz ist die enge Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Schlaflabor, den Ernährungsmedizinern und Gastroenterologen von Vorteil. Ebenso sind in der Klinik Haag Psychologen und ein Psychiater tätig. In der physiotherapeutischen Praxis MobiliJa, die an die Klinik Haag angegliedert ist, können stationär begonnene Therapiekonzepte auch ambulant weitergeführt werden.

Für die Unterstützung der Lebensfreude bieten wir eine Lichttherapie, Musiktherapie und auch ein Training mit Pois an. Zusätzlich versuchen wir zusammen mit Psychiater und Psychologinnen, das Interesse an Hobbys und anderen Inhalten wiederzuentdecken.

Die Bedeutung der Reinigung des Gehirns in den Tiefschlafphasen für die Parkinson-Erkrankung kann bisher nur erahnt werden. Dennoch versuchen wir zusammen mit den Kollegen des Schlaflabors einen erholsamen Schlaf zu gewährleisten.

Der Darm ist in den vergangenen Jahren in das Zentrum des wissenschaftlichen Interesses der Parkinson-Erkrankung gerückt. Wir versuchen im Rahmen eines neurogastroenterologischen Therapieansatzes und Ernährungsberatung die Darmgesundheit zu verbessern.

Des Weiteren wird für jede Patientin und jeden Patienten ein Therapiekonzept erarbeitet, welches auch nach Beendigung des stationären Aufenthaltes ein Optimum an Bewegung und Beweglichkeit bieten soll.

Die Identifikation einer fortgeschrittenen Erkrankung erfolgt an Hand von etablierten Kriterien. In den ersten Jahren kann die Parkinson-Erkrankung meist gut und oftmals ohne größere Schwierigkeiten behandelt werden. Mit zunehmender Krankheitsdauer wird der Ausgleich durch dopaminerge Medikation immer schwieriger. Es kommt zu sogenannten Wirkfluktuationen. Hierunter versteht man einen sehr raschen Wirkverlust der Medikamente, die klinisch zu Überbewegungen oder sehr unbeweglichen Phasen mit Steifheit der Muskulatur, Starthemmung und auch erhöhter Sturzgefahr führt. Das therapeutische Fenster für die Wirksamkeit der Tabletten wird immer geringer. Dies erfordert in der Regel zunächst eine Steigerung der Medikamentengaben pro Tag. Wenn man trotz vielfacher Gaben Phasen schlechter Beweglichkeit oder störende Überbewegungen nicht verhindern kann, befinden Patienten sich in einem fortgeschrittenen Stadium und alternative Therapieverfahren sollten erwogen werden.

Für diesen Fall wurden spezialisierte Therapieverfahren entwickelt, deren Ziel eine kontinuierliche Verbesserung der Beweglichkeit ist.

Apomorphin ist der stärkste Dopamin-Ersatzstoff, der aber nicht als Tablette gegeben werden kann und bisher unter die Haut als Einzelinjektion oder aber auch mit einer Pumpe kontinuierlich gegeben werden kann. So können kontinuierliche Wirkspiegel erzielt werden. Dieses Verfahren ist sehr einfach in der Handhabung und wenig invasiv. Leider kommt es aber nicht selten zu Hautreaktionen oder psychiatrischen Nebenwirkungen.

Levodopa kann auch als Gel kontinuierlich mit einer Pumpe in den oberen Dünndarm gegeben werden. Auch hierdurch kann ein kontinuierlicher Wirkspiegel erzielt werden. Allerdings ist für diese Therapieform die Anlage einer perkutanen Sonde durch die Bauchhaut erforderlich. Diese Therapieform kann auch mit einer Ernährung über dieselbe Sonde kombiniert werden.

Die Tiefe Hirnstimulation ist ein Schrittmacher für das Gehirn. Wie bei einem Herzschrittmacher wird Strom abgegeben, um die Organfunktion zu verbessern. Zielpunkt sind die motorischen Schaltzentralen im Gehirn. Durch die Beeinflussung der zentralen motorischen Verschaltungen kann die Beweglichkeit erheblich verbessert werden. Dieses Verfahren ist am effektivsten, erfordert jedoch eine Operation.

 

Das Ärzteteam

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